Behandlung von Älteren

18. Nov 2016
Neue Forschungsstudie soll neue Wege erörtern, um Krebspatienten im hohen Alter behandeln zu können.

Blutprobegerät zu Hause
Thea Mattsson, Ärztin der onkologischen Abteilung des Odense Universitätshospital, untersucht, ob ein Blutprobegerät, das die Patienten bequem zu Hause nutzen können, eine bessere und sichere Krebsbehandlung mit weniger Unannehmlichkeiten für den Patienten und geringere Kosten für das Gesundheitssystem schafft.

- Es hat Vorteile für den Patienten als auch das Gesundheitswesen. Der Patient spart unnötige Fahrzeit und bekommt die Möglichkeit, die Zeit für etwas anderes und sinnvolleres zu verwenden, sagt Thea Mattsson.

Vor allem Menschen im hohen Alter leiden an der Krebserkrankung. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft verursacht daher eine Erhöhung von Krebspatienten. Dazu kommt, dass ältere Krebspatienten oft an anderen Krankheiten leiden, und dass sie häufig in klinischen Studien unterrepräsentiert sind. Die Behandlung von älteren Krebspatienten ist daher noch nicht ausreichend erforscht. Dies stellt eine wachsende Herausforderung im Hinblick auf eine sichere Behandlung und Pflege für diese verletzbare Bevölkerungsgruppe dar.

Home-Monitoring
Die Forschungsstudie wird in seinem ersten Teil untersuchen, ob die Patienten selbst ihre Blutproben messen können, und ob das Gerät noch nützlich ist, wenn der Patient die Messung selbst durchführt.
Der erste Teil der Forschungsstudie wird in der Klinik durchgeführt, wo der Patient zu der Standard-Blutprobe gekommen ist. Hier wird der Patient auch eine Probe des neuen Blutprobegeräts angeboten werden. Das Gerät misst die weißen Blutkörperchen des Patienten und ist ein wichtiges Element bei der Beurteilung, ob der Patient für die nächste Chemotherapiebehandlung bereit ist. Wenn die Probe nicht ausreichende Werte zeigt, muss der Patient, wie es jetzt ist, in der Regel wieder nach Hause fahren und später wieder in die Klinik kommen, um neue Proben anfertigen zu lassen.

In der nächsten Phase der Studie ist zu untersuchen, ob die Patienten, die eine Infektion bekommen, auch das Gerät verwenden können. Dies wird untersucht, indem man dem Patienten anbietet, selbst seine Blutprobe mit dem Gerät zu machen, während er stationär auf der Station für die Behandlung bleibt. 

Der letzte Teil der Studie ist, dass die Patienten das Blutprobegerät mit nach Hause bekommen, damit sie sich selbst messen können. Es ist beabsichtigt, dass der Patient sich von zu Hause aus messen soll. Diese Blutprobe soll als ein Teil des Organisations der Behandlung beitragen. Das Ziel soll es sein, dem Patienten unnötige Fahrten ins Krankenhaus zu ersparen und damit zu schonen.
Das erste Teil der Studie wird bereits Anfang 2017 an dem Odense Universitätshospital beginnen und wird voraussichtlich 30 Patienten stationär und 60 ambulante Patienten aufnehmen. Die Studie wird voraussichtlich im Sommer 2017 abgeschlossen werden.

Ausblick
Die Hoffnung ist es, dass die Studie ein kleiner Schritt auf dem langen Weg sein kann, das „Blutprobenmachen“ zu Hause zu tätigen. In einem größeren Rahmen kann es einen Einfluss darauf haben, ob und wie die Chemotherapiebehandlungen zu Hause durchgeführt werden können.

Die Studie ist eine Zusammenarbeit zwischen:

  • Dr. Thea Mattsson, Onkologische Abteilung , Odense Universitätshospital
  • Design School Kolding
  • University College Zealand
  • Produktion, Forschung und Innovation, Region Seeland